| Ghana |
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LandesinformationenGhana (früher Goldküste) grenzt im Westen an die Elfenbeinküste, im Norden an Burkina Faso, im Osten an Togo sowie im Süden an den Golf von Guinea (Atlantischer Ozean). Ghana ist ca. um ein Drittel kleiner als Deutschland, und wegen der kolonialen Vorgeschichte noch immer stark mit Großbritannien verbunden. Ghana ist in 10 Regionen gegliedert, wobei die Ashanti Region noch immer dem Königstum, dem Ashantehene, unterliegt. Der Volta-See ist der größte Binnensee des Landes und zugleich der größte vollständig künstlich angelegte Stausee der Welt. Aufgrund seiner Gebiete mit tropischem Regenwald ist eine reiche Flora und Fauna vorhanden, die auch im wirtschaftlichen Bereich zum einen durch den Tourismus, zum anderen durch Edelholzexporte von großer Bedeutung sind. Wirtschaftlich spielt der Rohstoffreichtum eine große Rolle. Einer der wichtigsten Rohstoffe ist Gold, das der ehemaligen Kolonie auch den Namen „Goldküste“ gab. Die artenreiche Tier- und Pflanzenwelt ist in der Vergangenheit vermehrt unter Schutz gestellt worden. Der vorhandene Regenwald ist sehr artenreich und die ganzjährig konstante Temperatur und die hohe Luftfeuchtigkeit fördern das Pflanzenwachstum. StädteAccra ist mit knapp über zwei Millionen Einwohnern die größte Stadt des Landes und zugleich Hauptstadt mit Regierungssitz. Die Küstenstadt Accra ist ein Schmelztiegel beinahe aller in Ghana vertretenen Ethnien sowie zahlreicher Ausländer. KlimaGhana ist ein tropisches Land, kennt also keine Jahreszeiten, sondern einen Wechsel zwischen Regen- und Trockenzeit (Regenzeit: März - Juli sowie September - Oktober). Nahezu gleichlange Tage und Nächte („Tag-und-Nacht-Gleiche“) bestimmen das Leben. Grob lässt sich das Klima in den feuchten Süden mit seinen immergrünen und regengrünen Regenwaldgebieten vom trockeneren Norden mit seiner Baumsavanne, Strauchsavanne und der Grassavanne im nördlichsten Teil unterscheiden. BevölkerungGhana hat etwa 20 Millionen Einwohner. Die Bevölkerungsstruktur bildet die klassische Bevölkerungspyramide der Dritten Welt ab. Etwa die Hälfte der Bevölkerung ist unter 16 Jahre alt. Jährlich ist ein Bevölkerungswachstum von 1,8 % zu verzeichnen, das geringste Bevölkerungswachstum aller Staaten im südlichen Westafrika. Obwohl Ghana selbst noch als Dritte-Welt-Land bezeichnet wird, hat es inzwischen im Vergleich zu den Nachbarländern einen höheren Grad an Wohlstand erreicht. Das ist der Grund, warum einige zehntausend Flüchtlinge aus Togo, Burkina Faso, Liberia, Niger und Nigeria dort leben. Es gibt eine ausgeprägte Wanderungsbewegung vom Land in die Städte. Dort besteht allerdings eine immer höher werdende Arbeitslosigkeit gerade unter jungen Menschen. Die Staatsgrenzen Ghanas sind kolonialen Ursprungs und verlaufen vielfach durch Siedlungsgebiete der sowohl in Ghana als auch in den Nachbarstaaten ansässigen ethnisch-kulturellen Gruppen. SpracheDie meisten Ghanaer wachsen bereits vor ihrem Schulbesuch mehrsprachig auf und lernen dann in der Schule noch die lokal dominierende Sprache Akan (80 %) und/oder Englisch (70 %). Nicht selten sprechen Ghanaer drei bis fünf Sprachen fließend. Die Amtssprache von Ghana ist Englisch. ReligionIn Ghana gehören circa 20 % der Bevölkerung evangelischen Kirchen an, weitere 10 % der katholischen Kirche. Ungefähr 30 % werden dem Islam zugerechnet und etwa 40 % gehören Naturreligionen an. Dabei ist der nördliche Teil des Landes eher muslimisch, der Süden eher christlich orientiert. Eine facettenreiche Kultur baut auf den bis zu hundert im Land lebenden Ethnien mit der daraus resultierenden Sprachenvielfalt und religiösen Heterogenität auf. Geschichte – NeuzeitUm 1600 begann in Zentralghana der Aufstieg des Ashantireichs zur beherrschenden Macht im gesamten heutigen Ghana. Die Ashantiföderation war eines der wenigen afrikanischen Reiche, das es bis Ende des 19. Jahrhunderts mit den britischen Kolonialtruppen aufnehmen konnte und diese in mehreren Kriegen schlug. Erst Anfang des 20. Jahrhunderts wurde es endgültig von den britischen Kolonialherren bezwungen. Am 6. März 1957 wurden die Goldküste und das Ashantiland als Ghana unter Premierminister Kwame Nkrumah unabhängig. 1992 gab Jerry Rawlings Ghana eine demokratische Verfassung, in der freie Wahlen, Meinungs- und Pressefreiheit, das Recht auf körperliche Unversehrtheit und die Gleichheit vor dem Gesetz garantiert wurden. Das Einparteiensystem wurde abgeschafft. Die von der UNO festgeschriebenen Menschenrechte wurden ebenso anerkannt. Nach den Wahlen 1993 und 1996 herrschte Rawlings als gewählter Präsident weiter. Nachdem Rawlings laut Verfassung bei den Wahlen 2000 nicht ein drittes Mal antreten durfte, gewann John Agyekum Kufuor (NPP) die Wahl gegen den früheren Vizepräsidenten John Atta-Mills (NDC). Kufuor wurde bei den letzten Wahlen im Dezember 2004 im Amt bestätigt. Im Januar 2009 gewann Johan Atta-Mills die Stichwahlen um die Präsidentschaft gegen Nana Akufo-Addo von der regierenden NPP und sorgte damit für einen friedlichen Machtwechsel. |